Freitag, 24.07.2026 23:36 Uhr

Etruskische Fresken vom Francois-Grab in Rom

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 24.07.2026, 16:09 Uhr
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Wien [ENA] Der italienische Staat hat einige der geschichtlich relevantesten Kunstwerke der etruskischen Kultur für die Öffentlichkeit erworben, nämlich Fresken, die einen wunderbaren Einblick in die Antike ermöglichen, jener Zeit mit ihrem ganz anderen Lebensgefühl, wo Krieg auch noch ein Ringkampf zwischen nackten Männern war und wo die Unschuld des Körpers noch nicht von Kleidern und der Scham zugedeckt werden musste.

So erinnern die geschichtsträchtigen Wandmalereien aus dem Francois-Grab, die seit Anfang Juli 2026 im Etruskermuseum Villa Giulia in Rom an die Alte Welt, die so endgültig duch die neue kulturelle Dimension des Christentums abgelöst wurde. Immerhin ließ sich der italienische Staat das 340 v.Chr ausgemalte, ehemals im Privatbesitz befindliche Grab in der antiken Stadt Vulci nördlich von Rom, 15 Millionen Euro kosten. Zur Eröffnung der Ausstellung sind ausserdem zahlreiche exquisite Grabbeigaben aus europäischen Museen nach Rom zurückgekehrt, die durchaus auch die unbändige Lebenslust zeigen, die im Ästhetischen kunstvoll sublimiert wird. In der geheimnisvollen Hauptgrabkammer befinden sich teilweise die aufwendigsten Malereien.

Nahe der Decke zeigt sich ein Fries mit Ornamenten und darunter stilistische Tierdarstellungen als Abschluss. Auf der Hauptwand sind große Figuren aus der Mythologie, aber auch reale Personen dargestellt, sodass griechische Sagen von Homer mit Sisyphos, Eteokles, Polyneikes oder Ajax verewigt sind. Auch in der zweiten Kammer des Grabes sind griechische Mythologien präsent, wenn Achilles trojanische Gefangene am Scheiterhaufen des Patroklos opfert. Hinter der ästhetischen Leichtigkeit der Darstellung der Personengruppe, sogar mit einem geflügelten Engelwesen in der Mitte, verbirgt sich nichtsdestotrotz das ewige Drama von Kampf, Rache und Tod, in der die Naturhaftigkeit des männlichen Körpers den öffentlichen Raum für sich vereinnahmt.

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