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Der Weg nach Waterloo

Verantwortlicher Autor: Peter Michael Neuen Deidesheim, 29.04.2021, 12:04 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Michael Neuen Bericht 3139x gelesen

Deidesheim [ENA] Hierbei handelt es sich um einen weniger bekannten Roman-Zyklus von Karl May, der bei uns hauptsächlich durch seine Winnetou- und Kara-Ben-Nemsi-Romane bekannt, die Anfang bzw. Mitte der 70er Jahre fürs Fernsehen verfilmt wurden. Ganz anders ist der Roman-Zyklus „Der Weg nach Waterloo“! Es ist die 3 Generationen umspannende Geschichte der preußischen Familie von Greifenklau in der Wirren der Napoleonischen Kriege.

Der Roman-Zyklus besteht aus dem Band 56 „Der Weg nach Waterloo“, Band 57 „Das Geheimnis des Marabut“, Band 58 „Der Spion von Orty“ und Band 59 „Die Herren von Greifenklau“. Die Handlung beginnt 1814 mit der Besetzung von Paris durch die Koalitions-Armee und endend mit dem Fall von Paris im Februar 1871 und der Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und zieht den Leser von Anfang bis Ende in seinen Bann. Im ersten Band (Band 56 „Der Weg nach Waterloo“) geht es um die weit ausgesponnenen Schicksale der preußischen Adelsfamilie von Greifenklau. Die Geschichte der napoleonischen Zeit bildet den fesselnden Hintergrund.

Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse des Leutnants Hugo von Greifenklau in den Wirren der Napoleonischen Kriege, genau gesagt 1814 in Paris. Dort lernt er seine große Liebe Margot Richmonte kennen, die von ihrem Stiefbruder Albin in eine Ehe mit einem reichen Adeligen gezwungen werden soll. Ihr Bruder entführt sie, hält sie gefangen, es gelingt jedoch Hugo sie mit Hilfe und Schutz seines Mäzens Feldmarschall Blücher zu befreien. Hugo vereitelt dies, vergräbt die Kriegskasse, wird aber im nächsten Kampfeinsatz so schwer verletzt, dass er sein Gedächtnis verliert und aus dem Militärdienst entlassen wird. Leider hat verletzungsbedingt auch vergessen, wo er die Kriegskasse vergraben hat.

Im zweiten Band (Band 57 „Das Geheimnis des Marabut“) beginnt die buntbewegte Handlung in Algerien und zieht sich im weiteren Verlauf nach Frankreich und Preußen und beeinflusst das Schicksal der Familie von Greifenklau sehr. Durch Intrigen und Betrug des Stiefbruders von Margot verliert Hugo das Familiengut und die Familie steht praktisch vor dem aus. Margot erleidet durch die Aufregung einen Schlaganfall und auch Hugo erkrankt schwer und zieht nach seiner Genesung mit seiner Familie nach Berlin. Ein weiterer Schicksalsschlag trifft ihn, als sein Sohn Gebhardt, der ebenfalls eine Französin heiratet, von der Suche nach der verschollenen Kriegskasse nicht mehr zurückkehrt und sechzehn Jahre verschollen bleibt.

Im dritten Band (Band 58 „Der Spion von Orty“) pendelt das Geschehen zwischen Frankreich und Deutschland hin und her. Gebhards Sohn, Richard, der ebenfalls Offizier ist, wird mit einem Sonderauftrag als Hauslehrer in Schloss Orty eingeschleust, um dort als preußischer Aufklärer die Bildung von Freischärlerbanden sowie die Munitions- und Waffenproduktion der dortigen Waffenfabriken zu beobachten, die vom Stiefbruder und Erzfeind seines Großvaters, Albin Richmonte, geleitet wird. Dort verliebt er sich in die junge Französin Marion, die gegen ihren Willen von Richmonte mit einem französischen Adeligen verheiratet werden soll.

Besonders spannend sind hier die Szenen in den unterirdischen Gewölben von Schloß Ortry, hier findet Richard seinen Vater Gebhard, der dort sechzehn Jahre von Richmonte gefangen gehalten wurde. Dann bricht der Deutsch / Französische Krieg aus und Richard kehrt als Major mit seiner Ulaneneinheit nach Orty zurück, zerstört die Munitionsfabrik und zerschlägt die Freischärlerbande. Richard befreit auch Marion, gesteht ihr seine Liebe und sie verloben sich. Im vierten und letzten Band (Band 59 „Die Herren von Greifenklau“) wechseln die Handlungsschauplätze vor dem Hintergrund des Deutsch-Französischen Krieges in rascher Folge nach Paris, Algier, Berlin und schließlich vor die Tore von Sedan, wo sich der Kreis schließt.

Nach Kriegsende sucht Gebhard mit seinem Vater Hugo, dem die Erinnerung wiederkam, und seinem Sohn Richard noch einmal nach der Kriegskasse. Dabei kommt es zu einem letzten Kampf mit Richmonte, dem Erzfeind der Familie, bei dem dieser getötet wird. Hiermit erfüllt sich das Schicksal derer von Greifenklau und das Gute siegt nach mehr als 3 Generationen Kampf. Den Inhalt konnte ich nur in Kurzform wiedergeben, aber dieser Zyklus hat mich so gefesselt, dass ich ihn in den vergangenen 45 Jahren mindestens 10 Mal gelesen habe und so schnell fesselt mich nichts. Für mich ist Karl May ein großer Weltbürger, der bereits vor über 140 Jahren in seinen Werken Brücken zwischen den Völkern gebaut hat. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

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